verfasst von Prof. Dr. Detlef Kuhlmann

Der neue Vorstand des Fakultätentags Sportwissenschaft ist zugleich auch der alte. Die Vereinigung aller rund 60 Institute und Fakultäten für Sportwissenschaft an den Universitäten und Hochschulen in Deutschland setzt für zwei weitere Jahre auf ein bewährtes dreiköpfiges Team: Prof. Dr. Detlef Kuhlmann (Leibniz Universität Hannover) als Vorsitzender zusammen mit Prof. Dr. Stefan König (Pädagogische Hochschule Weingarten) und Prof. Dr. Andre Seyfarth (TU Darmstadt) als stellvertretende Vorsitzende wurden auf der 7. Bundeskonferenz Ende April 2018 beim Landessportbund Hessen in Frankfurt einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

    

Auf der Bundeskonferenz wurden auch weitere wichtige Arbeitsschwerpunkte für die nächste Legislaturperiode mit den Delegierten aus den Mitgliedshochschulen vereinbart. So soll u.a. ein Memorandum zur Sportlehrkräfteausbildung konzipiert werden. Zudem wird die Sorge geteilt, dass derzeit an einzelnen Standorten zu wenig Studieninteressierte mit dem Studium im Fach Sport vor allem für die Primarstufe beginnen. In immer mehr Bundesländern werden daher fachfremde Quereinsteiger in den Schuldienst eingestellt und erteilen auch Sportunterricht. Der Fakultätentag Sportwissenschaft wird sich ferner mit seiner Expertise daran beteiligen, wenn es zu einer Neufassung des Memorandums für den Schulsport kommt, dessen letzte Fassung nunmehr zehn Jahre zurückliegt. Ferner sollen Strategien entwickelt werden, wie sportwissenschaftliche Forschung zukünftig vermehrt bei Fördereinrichtungen außerhalb des Sports etabliert werden kann. Die 7. Bundeskonferenz hat auch einstimmig beschlossen, in 2019 wieder einen bundesweiten Ars legendi Fakultätenpreis für Lehre in Verbindung mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft auszuloben.

Im Anschluss an die 7. Bundeskonferenz fand das 2. Symposium „Sportwissenschaft 2030“ des Fakultätentags mit rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt, bei dem es um Fragen der Zukunftsfähigkeit der Sportwissenschaft ging. Neben dem Präsidenten des Deutschen Sportlehrerverbandes, Michael Fahlenbock (Wuppertal), waren hier auch die stellvertretende Direktorin des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, Privat-Dozentin Dr. Gabriele Neumann (Bonn), und die Vize-Präsidentin für Bildung und Olympische Erziehung des Deutschen Olympischen Sportbundes, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper (Berlin) als geladene Gäste anwesend.

In der ersten Gesprächsrunde (“Wissenschaftsförderung ohne Sportwissenschaft?”) u.a. mit dem Präsidenten des Allgemeinen Fakultätentages, Prof. Dr. Albert Albers (Karlsruhe) und Prof. Dr. Ansgar Schwirtz (München) als Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft  sowie dem Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Prof. Dr. Andreas Schlüter (Essen), ging es um die Erweiterung der Fördermöglichkeiten der Forschung in der Sportwissenschaft (z.B. in Richtung Deutsche Forschungsgemeinschaft, wo die Sportwissenschaft immer noch kein eigenes Fachkollegium hat). Damit einher geht die Herausforderung, das Profil der Sportwissenschaft zukünftig noch deutlicher als eine „Einheit in der Vielfalt“ zu schärfen und dabei markant herauszustellen, was die Sportwissenschaft (z.B. hinsichtlich wichtiger Themen wie Training, Leistung, Gesundheit, Kultur, Bildung, Integration, Inklusion) originär für die Gesellschaft zu leisten bzw. an Erkenntnissen zu produzieren vermag.

Bei der zweiten Gesprächsrunde (“Sportwissenschaft ohne Öffentlichkeit?”), bei der u.a. Spiegel-Redakteur Lukas Eberle (Hamburg) und der Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Bernd Blöbaum (Münster) zusammen mit Prof. Dr. llse Hartmann-Tews (Köln) und Prof. Dr. Bernd Strauß (Münster) auf dem Podium standen, ging es um die Frage, wie die Leistungen der Sportwissenschaft noch besser in die Öffentlichkeit hinein kommuniziert werden können: Die Öffentlichkeit hat schließlich einen Anspruch darauf, die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Sportwissenschaft – insbesondere aus anwendungsbezogener Forschung – zu erfahren und sich damit auseinanderzusetzen, deswegen müssen wir unser Produkt noch besser in die Öffentlichkeit hineintragen – lautete am Ende ein Fazit.

Die Moderation der beiden Gesprächsrunden lag in bewährten Händen von Prof. Dr. Ansgar Thiel (zur Wissenschaftsförderung) und Dr. Verena Burk (zur Öffentlichkeitsarbeit) aus dem Kollegium des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Tübingen. Ihnen und allen anderen Mitwirkenden gilt großer Dank für ihre gehaltvollen Beiträge und den Symposiumsgästen für ihre anregenden Diskussionsbeiträge. Der Vorstand des Fakultätentages blickt auf zwei gelungene Veranstaltungen zurück, die wegweisende Impulse für die Zukunftsfähigkeit unseres Faches geliefert haben und hoffentlich zur weiteren Stärkung der (wissenschaftspolitischen) Arbeit an den Mitgliedshochschulen und anderswo beitragen können – auf dem Weg in die “Sportwissenschaft 2030”.

Die 8. Bundeskonferenz des Fakultätentags Sportwissenschaft findet am Freitag, dem 26. April 2019 von 11 bis ca. 15 Uhr, wieder in der Tagungsstätte des Landesportbundes Hessen in Frankfurt statt.

 

Um Funktion und Rolle der Sportwissenschaft in der Zukunft geht es beim 2. Symposium unter dem Motto „Sportwissenschaft 2030“, zu dem der Fakultätentag Sportwissenschaft als Zusammenschluss aller rund 60 Institute und Fakultäten für Sportwissenschaft an den deutschen Hochschulen am Freitag, dem 27. April 2018 von 10 bis 13 Uhr nach Frankfurt einlädt. Diesmal sollen zwei Schwerpunktthemen mit Statements und Diskussionen beleuchtet werden. Sie sind jeweils provokant als Fragen formuliert:

„Wissenschaftsförderung ohne Sportwissenschaft?“ und „Sportwissenschaft ohne Öffentlichkeit?“.

Zum einen geht es dabei um die Frage, welche Forschungsförderungen vor allem außerhalb des Sports für die Sportwissenschaft bestehen und wie diese dann zukünftig noch besser genutzt werden können. Zum anderen soll der Frage nachgegangen werden, wie die Sportwissenschaft von den Medien wahrgenommen wird und wie sie ihre Leistungen zukünftig noch besser in gesellschaftlicheDiskurse einbringen kann. Dazu werden nach der Eröffnung des Symposiums durch den Vorsitzenden des Fakultätentages Sportwissenschaft, Prof. Dr. Detlef Kuhlmann (Leibniz Unviersität Hannover), u.a. Beiträge vom Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Prof. Dr. Andreas Schlüter (Essen), vom Präsidenten der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Prof. Dr. Ansgar Schwirtz (TU München), vom Vorsitzenden des Allgemeinen Fakultätentages, Prof. Dr. Albert Albers (Karlsruhe), sowie von der Sportsoziologin Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews von der Deutschen Sporthochschule Köln und vom Hamburger Sportjournalisten Lukas Eberle (Der Spiegel) erwartet. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Ansgar Thiel und Dr. Verena Burk vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen. Das Symposium findet in der Sportschule und Bildungsstätte des Landessportbundes Hessen in Frankfurt statt.

Pressevertreterinnen und -vertreter, die über die Veranstaltung berichten wollen, können sich auch per E-Mail silke.gretzki@sportwiss.uni-hannover.de anmelden.

Weitere Informationen:   Flyer zum Symposium “Sportwissenschaft 2030”

Tagesordnung:                   Tagesordnung für die 7. Bundeskonferenz am 26. April 2018 in Frankfurt

Die Landesvertretung des Fakultätentags Sportwissenschaft, die Konferenz der sportwissenschaftlichen Hochschulinstitute in Niedersachsen (KSHN), hat mit den Stimmen aller Vertreter der Einrichtungen 2017 vereinbart, die wesentlichen Strukturdaten der sportwissenschaftlichen Hochschuleinrichtungen des Landes im Rahmen der vorliegenden Synopse zusammen zu stellen und interessierten Personen öffentlich zugänglich zu machen.

Diese erste Übersicht umfasst alle Standorte mit den Angaben zum Zeitpunkt November 2017 und soll bei Bedarf ergänzt und aktualisiert werden.

 KSHN – Synopse wesentlicher Strukturdaten zu den sportw. Hochschuleinrichtungen in Niedersachsen

Thilo Richter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Allgemeiner Fakultätentag

Der Allgemeine Fakultätentag (AFT) spricht sich dafür aus, das Promotionsrecht ausschließlich den Universitäten vorzubehalten.

Immer wieder werden in der Öffentlichkeit Forderungen nach dem Promotionsrecht für Fachhochschulen erhoben und kontrovers diskutiert.
Mit einem einstimmig von mehr als 650 Mitgliedsfakultätentagen verabschiedeten Positionspapier nimmt der Allgemeine Fakultätentag (AFT) qualifiziert zur Frage des Promotionsrechts Stellung und begründet warum auch in der Zukunft nur die Fakultäten an Universitäten das Promotionsrecht haben sollten. Die entscheidende Begründung für den AFT sind die Sicherung der Qualität der Promotionen und die Sicherung der notwendigen breiten und auf einem entsprechenden soliden international anerkannten Forschungsfundament basierenden Betreuung der Promovierenden. Nur die Fakultäten an Universitäten können diese Forschungsstärke in der notwendigen Breite der Fächer im Hochschulsystem leisten und nachweisen.
Eine vergleichbare notwendige wissenschaftliche Vielfalt an Fachhochschulen zu gewährleisten ist nur durch kostspielige nicht begründbare Investitionen möglich. Dabei würde man sich dann jedoch ohnehin an dem Modell universitärer Fakultäten orientieren, diese kopieren und aus den Fachhochschulen „Mini-Universitäten“ machen, die im internationalen Forschungswettbewerb chancenlos blieben. Damit ginge aber gleichzeitig die bewährte und auch von der Gesellschaft und Wirtschaft geforderte Differenzierung der Profile der Hochschultypen verloren.
Der AFT betont im Zuge seiner Stellungnahme, dass der Bedarf an Durchlässigkeit im deutschen Bildungssystem ausreichend gegeben ist und geeignete Absolventen einer Fachhochschule natürlich ebenfalls an einer Universität promovieren können. Außerdem befürwortet der Allgemeine Fakultätentag ausdrücklich Initiativen, die Kooperation zwischen Fachhochschulen und Universitäten fördern, um forschungsstarken Kollegen von Fachhochschulen die verantwortliche Mitwirkung in Promotionsverfahren an Universitäten zu ermöglichen. Der AFT sieht darin den besten Weg für alle Beteiligten – Studierende, Gesellschaft, Wirtschaft und Hochschulen.

Münsteraner Sportpädagoge Prof. Dr. Nils Neuber ausgezeichnet

Der Münsteraner Sportpädagoge Prof. Dr. Nils Neuber hat jetzt den erstmals ausgeschriebenen Ars legendi-Fakultätenpreis Sportwissenschaft erhalten. Der Festakt fand im Neuen Rathaus von Hannover in Anwesenheit von Oberbürgermeister Stefan Schostok statt, der unter den rund 170 geladenen Gästen zahlreiche Fachvertreter begrüßen konnte, darunter den Präsidenten der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), Prof. Dr. Kuno Hottenrott, den Präsidenten des Deutschen Sportlehrerverbandes, Michael Fahlenbock, sowie den Vorstandsvorsitzenden des Landessportbundes Niedersachsen, Reinhard Rawe, die dvs-Ehrenmitglieder Prof. Dr. Dietrich Kurz und Frederik Borkenhagen sowie Prof. Dr. Detlef Kuhlmann als Vorsitzenden der Jury und des Fakultätentages Sportwissenschaft zusammen mit Vorstandsmitglied Prof. Dr. Stefan König.
Der Ars legendi-Fakulätenpreis Sportwissenschaft wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Fakultätentag Sportwissenschaft in Zusammenarbeit mit der dvs für herausragende, innovative und beispielgebende Leistungen in der Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung im Studienfach Sportwissenschaft vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preissumme wurde in diesem Jahr von der Heinz Nixdorf Stiftung in Paderborn zur Verfügung gestellt. Prof. Dr. Nikolaus Risch, der frühere Präsident der Uni Paderborn, jetzt Vorstandsmitglied in der Heinz Nixdorf Stiftung lobte in seinem Vortrag das Engagement der Sportwissenschaft, diesen Preis ausgeschrieben zu haben. Insgesamt 16 Bewerbungen aus den Standorten der Sportwissenschaft an den Universitäten und Pädagogischen Hochschulen in Deutschland waren von einer neunköpfigen, international besetzten Jury zu begutachten.


In der mit viel Beifall bedachten Laudatio, die von Helene Hense, einem studentischem Mitglied der Jury, gehalten wurde, wurden die Verdienste von Prof. Dr. Nils Neuber u.a. bei der Neustrukturierung von Lehr- und Lernformen und das große Engagement für die Gestaltung der Lernumgebung am Institut für Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster gewürdigt: „Wir zeichnen mit Prof. Nils Neuber eine Persönlichkeit aus der Sportwissenschaft mit einem außergewöhnlichen Engagement für exzellente Hochschullehre aus, die zudem die Lernenden für ihr Studienfach hervorragend begeistern und motivieren kann“, heißt es in der Laudatio weiter. Der Preisträger hat an der Uni Göttingen und an der Deutschen Sporthochschule Köln studiert und ist seit 2006 Professor an der Uni Münster und dort seit 2016 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Sportwissenschaft sowie Studiendekan im Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er u.a. 2006 mit dem Wissenschaftspreis des Deutschen Olympischen Sportbundes ausgezeichnet.

Die Verleihung des Preises fand am sporthistorischen Ort im Neuen Rathaus von Hannover statt, wo an gleicher Stelle 1950 der Deutsche Sportbund gegründet wurde, der als ein früher Wegbegleiter von Wissenschaft und Bildung auf dem Gebiet des Sports bezeichnet werden kann. Prof. Dr. Detlef Kuhlmann als Vorsitzender des Fakultätentages Sportwissenschaft dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft dankte für die Auslobung dieses am höchsten dotieren Lehrpreises in der Sportwissenschaft: „Mit dem Preis spielt die Sportwissenschaft jetzt in der Champions League zusammen mit fünf anderen Wissenschaften wie der Medizin, der Mathematik und der Rechtswissenschaft“. Der Ars legendi-Fakultätenpreis Sportwissenschaft soll alle zwei Jahre vergeben werden.

„Sportwissenschaft für Nordrhein-Westfalen“

Das Sportministerium des Landes Nordrhein-Westfalen vergibt den Landespreis „Sportwissenschaft für NRW“ im Jahre 2017.

Der „Sport and Exercise Science Award of NRW“ wird in zwei Kategorien vergeben. Er zeichnet einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin aus den Bereichen Lebenswissenschaften (Bewegungs- und Trainingswissenschaften, Psychologie oder Medizin) sowie einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin aus den Sozial-, Erziehungs- und Geisteswissenschaften für herausragende Leistungen in der Sportwissenschaft aus.

Die auszuzeichnenden Personen sollten dem Land Nordrhein-Westfalen eng verbunden sein. Sie arbeiten wissenschaftlich in Nordrhein-Westfalen bzw. stehen mit ihrem wissenschaftlichen Wirken in engem Bezug zum Land Nordrhein-Westfalen.

Die auszuzeichnenden Personen greifen bedeutende Problemstellungen und Themen in Sportwissenschaft und Sport auf, die die Entwicklung in Praxis und Theorie innovativ voranbringen. Ihre Arbeit sollte sich durch besondere wissenschaftliche Qualität und Originalität und durch thematische Aktualität auszeichnen.

Kandidaten und Kandidatinnen für den NRW-Landespreis können von anderen Personen sowie von Hochschulen, Instituten, Organisationen, Stiftungen etc. vorgeschlagen werden. Eigenbewerbungen sind ausgeschlossen. Der Vorschlag ist qualifiziert zu begründen.

Mit der Verleihung des NRW-Landespreises „Sportwissenschaft für NRW“ ist eine Geldsumme von jeweils 15.000,00 Euro verbunden. Der Preis wird im Rahmen einer Feierstunde verliehen.

Die Vorschläge sind an das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Abteilung Sport, Sportstätten, z. H. Dr. Ulrike Kraus, Haroldstraße 4, 40213 Düsseldorf, zu senden. Einsendeschluss ist der 31. Juli 2017 (Poststempel). Ein Rechtsanspruch auf den Preis besteht nicht; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.